Übersicht zu persönlichen Geschichten von Wehr- bzw. Waffendienstverweigerern aus der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

Georg „Schorsch“ Meusel (Jg. 1942): „Schwerter zu Pflugscharen“

Gehörte zu den ersten, die zur Wehrerfassung vorgeladen wurden, als 1962 in der DDR die Wehrpflicht eingeführt wurde. Hat Musterungskommission mitgeteilt, dass er als Christ und Pazifist den Wehrdienst mit der Waffe verweigere; wurde nicht wie seine Jahrgangsgenossen zur NVA eingezogen, sondern übergangen; wiederholte Nachmusterungen und zuletzt aus gesundheitlichen Gründen ausgemustert. 

Martin Böttger (Jg. 1947): Meine Schule der Opposition“ 

Hat zunächst 5 Jahre lang studiert. Während dieser Zeit reifte Wunsch, sich zu den Bausoldaten zu melden. Bausoldatenzeit hat er als Schule praktischer Opposition gegen Befehlsgewalt erlebt. Danach war dann seine berufliche Karriere zu Ende.

 Michael Frenzel (Jg. 1956): Und dann zurück in den Verwahrraum 

Wurde 1982 wegen Totaler Kriegsdienstverweigerung in der DDR für 20 Monate inhaftiert. 1986 ist er in Ost-Berlin einer der Initiatoren des Freundeskreises Wehrdiensttotalverweigerer, dessen Ziele gewaltfreie Konfliktlösungen und die „uneingeschränkte Anerkennung des Menschenrechts auf Wehrdienstverweigerung“ sind. 

Stefan Müller (Jg. 1966): Glückskinder

Ließ sich mit 17 Jahren zum "Bausoldat" mustern. Kam während späterer Diakonausbildung nach Berlin (Ost) und dort in Kontakt mit Freundeskreis Totalverweigerung; zahlreiche Aktionen und Demonstrationen, mehrere Festnahmen. Mitteilung von Totalverweigerung an Wehrkreiskommando. Nach Friedlicher Revolution einseitige Beendigung der Kommunikation mit Kreiswehrersatzamt.